Mittwoch, 15. November 2017

Rolf Hinrichs - Windenergie Offshore Standortproblematik – Wind? Verschandelung der Umwelt? Kostenfrage? Herausforderung Technik (Salzwasser)? Stromzuleitung?

Das Wichtigste über Windenergie, insbesondere Offshore-Standortproblematik

Rolf Hinrichs - Allgemeines über Windenergie

Mit Windenergie sollte man sich unbedingt auseinandersetzen, da sie zur Energiewende beiträgt. Erneuerbare Energien wie die Windkraft, sind nämlich heute sehr wichtig. Seit dem Altertum wird bereits Wind in andere Energieformen wie mechanische Energie umgewandelt. Früher waren es hauptsächlich Segelschiffe, Windmühlen, bestimmte Industriebetriebe und Wasserpumpen, welche Windenergie nutzten. Die Industriebetriebe waren beispielsweise Baumwollspinnereien, Tuchwalkereien, Sägewerke für Holz, Hersteller von Öl, Papier, Tabak und Leder. Aber auch in der Luftfahrt mit Ballons war Windenergie wichtig. Erneuerbare Energien sind also heute eigentlich nichts Neues.

Rolf Hinrichs - Heute wird Windenergie mittels Windkraftanlagen hauptsächlich in elektrische Energie umgewandelt. Im Jahre 2016 hatten alle weltweit bestehenden Windkraftanlagen eine Gesamtnennleistung von 486,7 GW. Der größte Teil der Windenergieanlagen ist auf dem Land. Nur ein kleiner Teil, mit einer Gesamtnennleistung von 14,4 GW ist offshore, also auf dem Wasser. 

Rolf Hinrichs - Alle Windkraftanlagen, die bis 2015 installiert wurden, können 3,7 % des weltweiten Strombedarfs decken. Wenn der Standort einer Windkraftanlage gut ist, kann der gewonnene Strom günstiger kommen, als von einem neuen Kohle- oder Kernkraftwerk. Rolf Hinrichs - Generell sind heute sehr gute Offshore-Anlagen in ihrer Stromproduktion günstiger als konventionelle Kraftwerke. Besonders mit den dauernd steigenden Energiepreisen, wird sich dieser Kostenvorteil weiter vergrößern. Wenn der Standort nicht genau passt, kann es durchaus eine Kostenfrage sein, ob ein Windkraftwerk errichtet wird. Die Standortgüte muss also genau betrachtet werden.

Erwähnenswert sind hier einige physikalische Zusammenhänge. Rolf Hinrichs - Die Dichte der kinetischen Energie einer Luftströmung steigt quadratisch mit der Windgeschwindigkeit an. Sie hängt außerdem von der Luftdichte ab. Da die Leistungsdichte mit der Geschwindigkeit stark ansteigt, wird klar, warum Offshore-Anlagen besonders interessant sind. Die Anlagenhöhe ist dabei auch sehr wichtig, da sich die Windgeschwindigkeit in Bodennähe aufgrund von Reibung verringert und auch Turbulenzen eintreten.

Rolf Hinrichs - Langfristig wird davon ausgegangen, dass sich die Windenergie zur günstigsten Form der elektrischen Energieproduktion entwickelt. Windkraft ist auch eine der umweltfreundlichsten, sichersten und saubersten Energieressourcen. Der Eingriff in die Umwelt ist dabei gering. Bei Betrachtung der Umwelteinflüsse der konventionellen Kraftwerke, ist der Eingriff in die Umwelt sogar vernachlässigbar. Da Wind weltweit im Überfluss bereitsteht, kann die Windenergie in Verbindung mit anderen regenerativen Energiequellen den Großteil der benötigten elektrischen Energie liefern. Rolf Hinrichs - Da Windenergie einen sehr geringen Kohlendioxidausstoß aufweist, trägt sie bei der Eindämmung der globalen Erwärmung eine entscheidende Rolle. Windkraftanlagen halten nach Erfahrungswerten bis zu 30 Jahre.

Seit der Elektrifizierung spielt Windenergie eine besonders wichtige Rolle, da mit ihr elektrische Energie erzeugt werden kann. Seit 1990 zählt die Windindustrie deshalb auch zu den weltweit am schnellsten wachsenden Industriebranchen. Deutsche Windkraftanlagenhersteller zählen heute zu den Weltmarktführern. Gründe hierfür liegen wahrscheinlich hauptsächlich darin, dass sie in der Technologie führend sind. Heute werden nämlich moderne Großturbinen mit variabler Drehzahl und verstellbaren Rotorblättern entwickelt. Es werden meist drei Rotorblätter verwendet. Besonders durch das Stromeinspeisungsgesetz von 1991 und das Erneuerbare-Energien-Gesetz von 2000, wird der Aufwärtstrend in der Windkraft vorangetrieben.

Rolf Hinrichs - Die Windenergie zählt zu den erneuerbaren Energien, da sie regenerativ ist. Ähnlich wie die anderen erneuerbaren Energien Solar, Holz, Biogas und Umweltwärme, ist Windenergie weltweit verfügbar, Kosten sind niedrig und die Technik ist auch hochentwickelt. Windenergie kann überall genutzt werden, aufgrund dessen unterscheidet man oft nur zwischen onshore (auf dem Land) und offshore (auf dem Wasser). Eine typische Onshore-Anlage hat heute etwa 2 - 5 MW. Rolf Hinrichs - Eine typische Offshore-Anlage hat heute etwa 3,6 - 8 MW. Es ist allerdings ein klarer Anstieg der durchschnittlichen Nennleistung absehbar. 

Der Nennleistungsanstieg wird hauptsächlich durch die Vergrößerung des Rotordurchmessers erreicht. In 2016 betrug der durchschnittliche Rotordurchmesser 109 m und heute sind bereits 130 m möglich. Prototypen haben aber bereits Rotordurchmesser von 160 - 170 m. Anlagengesamthöhen von 200 m werden aber meist noch nicht überschritten. Eine Spezialform von Windkraftanlagen sind Kleinanlagen im Inselbetrieb. Sie werden im Leistungsbereich von einigen 100 W bis einigen kW wirtschaftlich eingesetzt.


Rolf Hinrichs - Die Standortproblematik der Windenergie

Wie eingangs bereits erwähnt, sind nur knapp 3 % der installierten globalen Windenergieanlagen als offshore zu verzeichnen. Die Gründe hierfür sind vielfältig und sollen in diesem Artikel genauer betrachtet werden. Generell haben Windkraftanlagen Auswirkungen auf die Tierwelt, Schallemissionen, Schattenwurf, Veränderung des Landschaftsbildes und auf die Bevölkerung sowie auf den Verkehr. Es herrscht eine vielschichtige Standortproblematik, die in diesem Artikel genauer betrachtet werden soll.

Rolf Hinrichs - Es besteht bei Offshore Windkraft beispielsweise eine höhere Standortproblematik, da es zu Kollisionen mit Schiffen kommen kann. Des Weiteren kann die Meeresbiologie bei Offshore Windkraft beeinträchtigt werden. Es ist beispielsweise unklar, wie Delfine auf diese Anlagen reagieren. Die Verlegung von Seekabeln im Wattenmeer ist außerdem problematisch, da es fast vollständig zu einem Nationalpark zählt. Hier gelten besondere Eingriffsregelungen. Ein besonderes Problem ist auch, dass sich manche Vogelarten gestört fühlen, andere dagegen nicht. Besonders während des Baus kann die Meeresbiologie gestört werden, da dieser sehr lärmintensiv ist. Das Gleiche gilt für die Vogelbestände auf dem Land.

Eine sinnvolle Standortwahl ist dadurch gegeben, wenn Landwirte, Bevölkerung, Schifffahrt, Flugverkehr und die Tierwelt kaum oder gar nicht beeinträchtigt werden, oder sich zumindest daran gewöhnen. Um den Flugverkehr abzusichern, werden besonders große Windkraftanlagen speziell gekennzeichnet. Dies kann auch per Radar erfolgen. Rolf Hinrichs - Um die Vogel- und Fledermausbestände zu schonen, werden die Standortverhältnisse der Tierwelt beachtet. Es ist durchaus möglich, Anlagen zu bestimmten Zeiten, zum Vogelschutz abzuschalten. Die Vogelschwärme können dazu auch überwacht werden. 

Durch einen anderen Farbanstrich werden außerdem Insekten nicht so stark angezogen. Dies hat dann auch Auswirkungen auf die Vögel- und Fledermausbestände. Besonders der Schattenwurf wird oft als störend empfunden. Um dieses Problem einzudämmen, wurden Grenzwerte vergeben. Außerdem ist im Extremfall eine Abschaltung der Anlagen zu bestimmten Zeiten auch möglich. Einen ähnlichen Effekt wie der Schattenwurf haben Reflexionen, die aber durch eine besondere Lackierung unterbunden werden können. 

Um die Schallemissionen zu begrenzen, wurden Grenzwerte eingeführt. Diese werden durch unterschiedlichste Aktionen erreicht. Durch spezielle Form der Rotorblätter, kann nämlich die Aerodynamik verbessert werden. Es können auch spezielle Dämpfungsmaterialien verbaut werden. Die Anlagen haben außerdem einen schallreduzierten Betriebszustand.

Rolf Hinrichs - Die Standortproblematik der Windkraftanlagen liegt unter anderem auch darin, dass verschiedene Windklassen vorherrschen. Durch verschiedene Anlagentypen- und Klassen, sollen die Windkraftanlagen an diese verschiedenen Windklassen angepasst werden. Optimierungen wie diese, führen dazu, dass alte Anlagen abgebaut und durch neue ersetzt werden.


Rolf Hinrichs - Wird durch die Windenergie die Umwelt verschandelt?

Ein weiteres Problem ist auch, dass die Umwelt verschandelt wird. In einer weltweiten Umfrage, sprachen sich 2011 allerdings 93 % der Befragten für die Windenergie aus, sodass dies ein untergeordnetes Problem sein dürfte. Da sich die Menschen an den Anblick gewöhnen und jedem immer klarer wird, dass erneuerbare Energien gefördert werden müssen, erfolgt auch eine Steigerung der Akzeptanz. Generell ist die Ästhetik von Windkraftanlagen auch eine subjektive Frage. Durch Beteiligungsprojekte kann es außerdem auch für viele Leute finanziell interessant werden. Durch einen Flächennutzungsplan und mit Mindestabständen soll auch verhindert werden, dass die Anlagen wild platziert werden.


Rolf Hinrichs - Windenergie ist eine Herausforderung für die Technik

Offshore Windkraft ist teurer als Onshore Windkraft. Für die Technik ist Offshore Windkraft auch eine größere Herausforderung, da die Anlagen im Wasser sicher stehen müssen. Es wird aber auch mit schwimmenden Konstruktionen gearbeitet. Diese Konstruktionen sind aber noch sehr teuer. Eine technische Herausforderung ist auch die salzhaltige Meeresluft. 

Rolf Hinrichs - Da diese aggressiv ist, wirkt sie korrosionsgefährdend auf alle Baugruppen. Dies kann die Anlagen schneller altern lassen. Durch umfangreiche Schutzmaßnahmen wird dies unterbunden oder reduziert. Es sind meerwasserbeständige Werkstoffe, Korrosionsschutzanstriche, Kapselung bestimmter Baugruppen sowie die Belüftung der Türme und Maschinenhäuser mit Überdruck.

Rolf Hinrichs - Eine besondere Herausforderung bei Offshore Windkraft ist allerdings die Stromzuleitung. Es müssen extra Stromkabel am Meeresboden über längere Entfernungen verlegt werden. Da die Offshore-Windparks meist nicht in der Nähe der Küste sind, kann zur Energieübertragung kein üblicher Drehstrom verwendet werden. Lange Kabel haben nämlich die Eigenschaft, wenn sie von Wechselstrom gespeist werden, dass sich kapazitive Blindleistung bildet.

Rolf Hinrichs - Diese muss entweder kompensiert oder unterbunden werden. Um diese Blindleistung zu unterbinden, wird deshalb Gleichstrom zur Übertragung verwendet. Über das Seekabel findet deshalb eine Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung statt. Man bezeichnet dies als Offshore-HGÜ-System. Damit so eine Übertragung überhaupt möglich wird, benötigt man einiges an Leistungselektronik. Dies ist eine technische Herausforderung, die auch mit Kosten verbunden ist. Längere Zeit war auch die Einspeisung ein Problem, da die direkt gekoppelten Generatoren nicht so netzverträglich waren. Heute verwendet man Leistungselektronik, damit die Netzverträglichkeit sehr gut wird.

Rolf Hinrichs - Offshore-Anlagen müssen auch stabiler gebaut werden, da die Kräfte auf rauer See viel größer sind, als an Land. Der Zugang zu Offshore-Anlagen ist auch nicht so einfach. Es werden deshalb auch Hubschrauberlandeplattformen angebracht. Dies alles ist natürlich mit Kosten verbunden.

Generell waren die Fertigungskosten lange sehr hoch. 

Rolf Hinrichs - Da man heute auf die im Automobilbau bekannte Serienfertigung am Fließband setzt, werden die Kosten gedrückt. Eine Standardisierung und Modularisierung der Produkte senkt die Kosten weiter. Energetisch gesehen amortisiert sich eine Offshore-Anlage bereits nach fünf Monaten. Dies bedeutet, dass nach dieser Betriebszeit genauso viel elektrische Energie erzeugt wurde, wie für den vollständigen Anlagenaufbau inklusive Entsorgung und Betrieb aufgewendet wird bzw. wurde.

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